Mein Erfahrungsweg: Eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich war: Ich muss nicht perfekt sein. Ich darf entspannen, mehr bei mir selbst ankommen und Mitgefühl mit mir haben – für all das, was ich leiste. Es geht nicht darum, immer schon alles zu wissen oder nach Lehrbuch zu handeln. Viel entscheidender ist die Haltung: authentisch zu sein, den Kindern gleichwürdig zu begegnen und die Beziehung in den Mittelpunkt zu stellen.
Zu familylab kam ich über meine Kinder. Als sie zwei Jahre alt waren, habe ich gemerkt, dass ich in alte Muster zurückfalle, die ich eigentlich gar nicht wollte. Kinder haben die besondere Fähigkeit, bestimmte Knöpfe zu drücken – und das hat mich oft an meine Grenzen gebracht.
Ein Beispiel: Meine Tochter stellte sich in einem Konflikt zwischen uns auf den Tisch, schaute auf mich herab und fragte: „So, was machst du nun?“ – Solche Momente haben mich unglaublich herausgefordert. Dass so eine kleine Person mich so aus der Reserve holen kann, hat mich tief bewegt. Ich wollte verstehen, wie Beziehung zu meinen Kindern funktioniert. Die Bücher von Jesper Juul zu lesen und später das familylab Basis- und Aufbaumodul zu
besuchen, hat mir eine Tiefe geschenkt, die mich nachhaltig geprägt hat – sowohl als Mutter als auch in meinem Beruf.
Was sich dadurch verändert hat? Ich habe heute mehr Mitgefühl mit mir in überfordernden Momenten. Ich gönne mir Pausen und habe gelernt, dass ich nicht sofort reagieren muss. Ich darf das Tempo herausnehmen und mir Zeit nehmen, bevor ich antworte. Manchmal sage ich: „Darüber denke ich nach, ich gebe dir morgen eine Antwort.“ Das gibt mir Freiheit.
Es freut mich und manchmal fühle ich mich auch ertappt, wenn mir meine inzwischen zwölfjährigen Zwillinge den Spiegel vorhalten und in ihrer jugendlich liebevollen Art sagen: „Mama, chill mal ein bisschen!“
Heute empfinde ich es als großes Geschenk, dass wir als Familie zu viert unser gemeinsames Leben teilen – und dass dabei jede und jeder von uns seinen Platz finden darf. Dafür bin ich sehr dankbar.
Meine wichtigsten Lernschritte waren: Achtsamkeit in der Haltung, in mich hinein zu spüren, nicht sofort zu reagieren, Raum für Reflexion zu schaffen und zu entschleunigen. Authentizität, Gleichwürdigkeit und die Verantwortung für mein eigenes Handeln zu übernehmen – das sind die Werte, die mich heute tragen.

